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Sonderausstellung Spurensuche – Erhalten und Erforschen von Textilien, 30. April bis 12. November 2017

Die Konservierung und Restaurierung von Textilien gehören zu den wichtigsten Aufgaben der Abegg-Stiftung, seit sie vor 50 Jahren gegründet wurde. Um die langfristige Erhaltung von historischen Geweben zu ermöglichen, aber auch um ihre Schönheit in einer Ausstellung zur Geltung bringen zu können, sind oft aufwendige Massnahmen nötig. Oberstes Ziel ist dabei immer das behutsame Sichern des Vorhandenen; Veränderungen, Spuren des Alters und der langjährigen Nutzung bleiben lesbar.
Die Sonderausstellung 2017 widmet sich den Untersuchungs- und Behandlungsmethoden von textilen Kunstwerken und dokumentiert die daraus gewonnenen Erkenntnisse zu deren Herstellung, Funktion und Geschichte. Im Zentrum stehen mittelalterliche Stoffe aus Zentralasien und China, die zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt werden. Pressetext

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Die Konservierung und Restaurierung eines historischen Textils umfasst in der Regel eine Voruntersuchung, Massnahmen zur Reinigung und Sicherung, Vorkehrungen zur geeigneten Lagerung oder Ausstellung sowie einen Rechenschaftsbericht. Häufig sind die Arbeiten sehr zeitaufwendig. │ Nähkonservierung an einem Seidengewebe.

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Damit das optimale Vorgehen bei der Konservierung und Restaurierung festgelegt werden kann, müssen zunächst Materialien und Herstellungstechniken untersucht sowie Schadensursachen abgeklärt werden. Den Textilspezialisten eröffnen sich unerwartete Einblicke in historische Fertigungsweisen. │ Ferse eines Schuhs in Zwirnbindung vor der Restaurierung. Zentralasien (Xinjiang), 5.–6. Jahrhundert, Inv. Nr. 5649b

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Manche historischen Färbungen sind ausserordentlich stabil, andere reagieren sehr empfindlich auf Licht, Wasser oder klimatische Veränderungen. Gleiches gilt für die gealterten Rohmaterialien. Die Behandlung, insbesondere die Wahl der geeigneten Reinigungsmethode, muss darauf Rücksicht nehmen. │ Kamel. Ausschnitt aus einem grossformatigen Behang mit Tieren in Medaillons. Zentralasien, 8. bis Mitte 9. Jahrhundert, Inv. Nr. 5682

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Risse und Löcher können durch sorgfältiges und fadengerades Ausrichten des Gewebes optisch geschlossen werden. Sie werden nur so weit gesichert, dass sie für die Zukunft kein Risiko darstellen. Bevorzugte Methode ist das Unterlegen mit passendem Stoff, auf den das beschädigte Gewebe mit feinen Seidenfäden aufgenäht wird. │ Seidengewebe mit Rindern. Zentralasien, 1. Hälfte 7. Jahrhundert, Inv. Nr. 5686a

Fragment

Die Untersuchung und Dokumentation ermöglicht Einblicke in die Nutzungsgeschichte eines Gegenstandes. So kann unter Umständen die originale Form eines Gewandes rekonstruiert werden, oder im Verlauf der Zeit voneinander getrennte Teile lassen sich wieder zusammenfügen. │ Fragment eines Gewandes mit gesticktem Dekor. Zentralasien, 5.–6. Jahrhundert, Inv. Nr. 5582b

Ganzansicht

Zur langfristigen Erhaltung von Kunstwerken ist eine staub- und lichtgeschützte Lagerung unter stabilen Klimabedingungen unerlässlich. Passgenau hergestellte Montagen und Figurinen bieten eine optimale Stütze. In Ausstellungen wird die Beleuchtung so weit wie möglich reduziert. │ Wollenes Kinderhemdchen. Östliches Zentralasien, 4.–2. Jahrhundert v. Chr., Inv. Nr. 5567

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Das Studium der Textilkonservierung/-restaurierung an der Abegg-Stiftung/Berner Fachhochschule dauert fünf Jahre und führt zum Abschluss als Master of Arts. Theoretischer Grundlagenunterricht und ein hoher Anteil an vielseitiger Atelierpraxis bereiten optimal auf den Berufsalltag vor. │ Seidengewebe mit säugenden Löwinnen in Medaillons. Zentralasien, 8. bis Mitte 9. Jahrhundert, Inv. Nr. 5687