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Farbenprächtiger Almosenbeutel Ausstellung beendet

Im Rahmen einer Abschlussarbeit im Studiengang Textilkonservierung/-restaurierung wurde ein reich verziertes mittelalterliches Täschlein aus der Kathedrale Como eingehend untersucht, dokumentiert und behutsam restauriert.
Dieser sogenannte Almosenbeutel ist nun für ein paar Wochen in Riggisberg ausgestellt, bevor er wieder nach Italien zurückgebracht wird. Sein Erhaltungszustand ist für ein rund 700 Jahre altes textiles Objekt einzigartig, vor allem die noch immer intensiven Farben der Seidenfäden und die kaum korrodierten Metallfäden faszinieren. Die charmanten Darstellungen spiegeln die höfische Lebenswelt des Mittelalters: ein berittener Falkner mit seinem Hündchen, ein Paar beim Schachspiel, ein Ritter, der vor seiner Dame kniet. Mit seinen fein gewirkten Szenen, die wohl auf den grossen mittelalterlichen Liebesroman «Tristan und Isolde» anspielen, war der Beutel eine ideale Minnegabe und ein geeignetes Hochzeitsgeschenk. Poster MA-Thesis

Geschlossener Almosenbeutel

Im Beutel wurden Geld, kleinere Gegenstände und Münzen für Bettler mitgeführt. Nach seiner Verwendung als luxuriöses Accessoire gelangte er in den Kathedralschatz von Como, wo er
zur Aufbewahrung von Reliquien diente. | Flandern (?), 13.–14. Jahrhundert; 35 x 32,5 x 1,8 cm, Kathedrale Como, ohne Inv. Nr.

Almosenbeutel mit zurückgeschlagener Klappe

Die Klappe verdeckt und schützt den Zugang zum Innern des Beutels. Die kreisförmige Öffnung wird von einem Metallring gebildet wird mit einem plissierten rosa Taftgewebe geschlossen. Ein Kordelzug mit Quasten ermöglicht das Öffnen und Schliessen. Links und rechts der Öffnung sind Wappen dargestellt.