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Sonderpräsentation Ein Inka-Mantel aus der Kolonialzeit Ausstellung beendet

In der Sammlung der Abegg-Stiftung befindet sich ein exquisites peruanisches Kleidungsstück aus der frühen Kolonialzeit. Es handelt sich um einen sogenannten Schultermantel, ein rechteckiges, dicht gewobenes Tuch, das um die Schultern gelegt und mit einer Nadel vor der Brust zusammengehalten wurde. Solche Mäntel gehörten zur traditionellen Frauentracht der Inka.
Der Mantel entstand um 1600. Für seine Herstellung wurden kostbare Materialien aus verschiedenen Weltregionen verwendet: Baumwolle und feine Alpaka- oder Lamawolle aus Peru, Seide aus dem Orient und Metallfäden aus Europa. Die äusserst feine und bunte Wirkerei vereint nicht nur Materialien, sondern auch Darstellungen aus unterschiedlichen Kulturen. Neben klassischen Inka-Mustern und in Peru heimischen Tieren wie Affen, Lamas und Papageien wurden auch europäische Motive eingewebt. Die grossen weissen, zungenartigen Motive beispielsweise ahmen breite Klöppelspitzen nach, die im 16. und 17. Jahrhundert fester Bestandteil der Mode in Europa waren. Pressetext

Klassisches Inka-Muster

Zur traditionellen Ornamentik der Inka gehören die kleinen Rechteckfelder, die mit geometrisch-abstrakten Formen gefüllt sind. Sie werden als «tocapu» bezeichnet und machen auf einen hohen Sozialstatus aufmerksam. | Schultermantel, Peru, südliches Hochland, Kolonialzeit, spätes 16./frühes 17. Jahrhundert, Wirkerei in Baumwolle, Kamelidenwolle, Seide und Metallfäden, Inv. Nr. 416

Andine und europäische Kleidung

Inmitten des wimmelbildartigen Getümmels aus Tieren, Streublüten und Blumenvasen befindet sich ein stehendes Paar. Die Frau ist in die traditionelle Inka-Tracht gekleidet. Sie hat ein knöchellanges Gewand und einen kurzen gestreiften Schultermantel angelegt. Der Mann trägt europäische Kleidung: einen breiten Halskragen, ein Wams mit weiten Schössen, Kniehosen, Strümpfe, Schnürschuhe und Degen.