Sonderausstellung

Sonderpräsentation

Ornamenta – Textile Bildkunst des Mittelalters

29. April bis 11. November 2012

Prächtige Tapisserien, fein bemalte Fahnen, subtil bestickte Altarbehänge und die Kleidung der Geistlichen prägten das Aussehen des mittelalterlichen Kirchenraumes. Als mobiler Bildschmuck konnten Textilien ohne grösseren Aufwand ausgewechselt und den Festen im Verlauf des Kirchenjahres angepasst werden. Die Sonderausstellung 2012 präsentiert die Vielfalt der textilen Ornamenta, wie die schmückenden Ausstattungselemente genannt werden. Sie erläutert deren Bildprogramme und deren Funktionen.

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 Textile Bildwerke sind nicht nur Ausdruck mittelalterlicher Frauenfrömmigkeit, sondern vor allem Erzeugnisse eines professionellen Luxusgewerbes, das aus Seide, Gold und Perlen und in ganz unterschiedlichen Techniken kostbare Artefakte schuf. | Marias Handarbeiten in der Kirche («Vita activa – vita contemplativa»), Oberrhein (?), Maler [S.] H., 1503, Tempera auf Holz, Inv. Nr. 14.14.66

Gewebte Bilder Feine Seidengewebe sind durch ihren Rapport gekennzeichnet. Die webtechnische Umsetzung bestimmt die Erscheinung des Bildes. Tapisserien erlauben eine freiere Gestaltung, sie wirken vor allem durch ihre Grösse und Materialität. | Gewebte Bildborte mit der Verkündigung an Maria, Italien, Florenz (?), Anfang 16. Jahrhundert, Seidengewebe, Inv. Nr. 333a

Bemalte und bedruckte Tücher Mit dem Pinsel farbig bemalte und mit Modeln bedruckte Fahnen wurden frei im Kirchenraum aufgehängt. Die Stifter werden hier durch Wappen von drei Hansestädten im Deutschordensland repräsentiert. Sie hoffen auf die Fürbitte der Gottesmutter bei ihrem Sohn, der als Schmerzensmann erscheint. | Fahne mit Schmerzensmann und Maria, Danzig (?), um 1400, Leinengewebe, bemalt und bedruckt, Inv. Nr. 4443

Stickerei Anschaulich und quicklebendig erzählen die Stickereien auf der Bekleidung der Geistlichen aus den Leben Mariens, Christi und der Heiligen. Mit Nadel und Faden setzten die Sticker eigene Vorlagen oder Entwürfe bekannter Maler ins Bild. | Verkündigung an die Hirten, England, Ende 14. bis Anfang 15. Jahrhundert, Gold- und Seidenstickerei auf Leinengewebe, Inv. Nr. 153

Eine Kostbarkeit aus Perlen für das Allerheiligste Das Ziborium aus Hildesheim (heute Köln, Museum Schnütgen) diente zur Aufbewahrung der geweihten Hostie. Besetzt mit zahllosen Glas- und Flussperlen, Korallen und Metallappliken ist es ein Objekt der Schatzkunst. | Perlziborium, Niedersachsen, Hildesheim (?), 2. Hälfte 13. Jahrhundert, Köln, Museum Schnütgen, Inv. Nr. 42